Meine Aufgabenstellung
Im Rahmen der Beurteilung schweißtechnischer Arbeiten war es meine Aufgabe, eine gründliche Fehlersuche durch Rückverfolgung der vorliegenden Schweißanweisung durchzuführen. Dabei habe ich die mitgelieferte Korrespondenz, technische Zeichnungen sowie Produktfotos analysiert und bewertet. Ziel war es, die Qualität der Schweißarbeiten zu beurteilen und die Ursachen des aufgetretenen Fehlers zu ermitteln.
Aufgabenstellung meines Kunden
Der Kunde hatte den Auftrag, mehrere vorgefertigte und gelieferte Bauteile aus zwei unterschiedlichen Metalllegierungen zu drei Rollenscheiben zu verschweißen. Die Rollenscheiben wiesen einen maximalen Durchmesser von 1700 mm auf.
Beschreibung der Ausfallursache
Die Untersuchung ergab, dass ein Riss in der Schweißnaht zwischen dem Rollenkreuz und dem Profilring einer der Rollenscheiben auftrat. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Verbindung zwischen den beiden Materialsorten nicht hergestellt worden war. Dies deutete auf schwerwiegende Probleme in der Ausführung und Planung der Schweißarbeiten hin.
Ursachenermittlung
Im Rahmen der Ursachenanalyse wurden folgende Mängel identifiziert:
- Unvollständige Informationen durch den Auftraggeber
Eine Prüfung der Unterlagen und der Korrespondenz ergab, dass essenzielle Informationen fehlten. Insbesondere fehlten Angaben zur Materialbenennung und Materialstärke, die notwendig gewesen wären, um das Kohlenstoffäquivalent zu berechnen und die erforderlichen Vorwärmtemperaturen zu ermitteln. - Fehlerhafte Nahtvorbereitung
Die vom Auftraggeber gewählte Spaltbreite für die Schweißnahtvorbereitung war zu gering, ebenso wie der Winkel der Keilform. Diese unzureichende Nahtgeometrie wurde durch die gelieferten Konstruktionszeichnungen eindeutig als Konstruktionsfehler identifiziert. - Unzureichende Angaben zu weiteren Prozessparametern
Wichtige Informationen zur Nahtvorbereitung, zur Wärmenachbehandlung sowie zur Anwendung und zum Einsatzbereich der Rollenscheiben fehlten ebenfalls. Diese Angaben wären jedoch notwendig gewesen, um eine fachgerechte Schweißverbindung zu gewährleisten.
Fazit
Die Analyse ergab, dass die Hauptursache für das Versagen der Schweißnaht in den unvollständigen und fehlerhaften Vorgaben liegt. Die fehlenden Informationen, insbesondere zur Nahtvorbereitung und Materialeigenschaften, sowie die konstruktiven Mängel führten dazu, dass die Schweißverbindung bei dieser Art der Durchführung den Belastungen nicht standhalten konnte. Als Folge kam es zum Riss der Schweißnaht.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die Notwendigkeit, vollständige und präzise Angaben bei der Planung und Umsetzung schweißtechnischer Projekte bereitzustellen. So können Fehler vermieden und die Qualität der Ergebnisse gewährleistet werden.